Skip to main content

Interview mit Prof. Dr. Oliver Lorz

Wir haben mit Prof. Oliver Lorz, dem akademischen Leiter unseres neuen Full-Time MBA Digitalization & Industrial Change (auf dem oberen Bild auf der rechten Seite, neben Dr. Garnet Kasperk, der akademischen Co-Direktorin des Full-Time MBA), über Managementausbildung, das Curriculum und seine Erwartungen an das Programm gesprochen.

Guten Tag Prof. Lorz, würden Sie sich kurz vorstellen?

Prof. Lorz: Ich bin Professor für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der RWTH Aachen. Davor habe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Weltwirtschaft in Kiel gearbeitet. Diese Zeit sowie ein Forschungsaufenthalt am MIT Global Economy Lab haben mein Interesse an internationalem Handel und internationaler Wirtschaftspolitik geweckt – Bereiche, auf die sich der Großteil meiner Forschung konzentriert. In Aachen lehre ich verschiedene Kurse über internationalen Handel und Mikroökonomie. Außerdem war ich als Dekan in Aachen und als Gründungsdekan an der GUtech, unserer Partneruniversität im Oman, an der Fakultätsleitung beteiligt. An der GUtech habe ich zwei neue Undergraduate-Programme und einen MBA eingeführt, der gemeinsam mit der WU Wien gelehrt wird.

Was fasziniert Sie an den Wirtschaftswissenschaften?

Prof. Lorz: Die Volkswirtschaftslehre befasst sich mit so vielen Aspekten unseres Alltags- und Berufslebens, von der individuellen Entscheidung, sich in ein postgraduales Studium einzuschreiben, über die Ausarbeitung von Unternehmensstrategien zur Erschließung neuer Märkte bis hin zur Politik, die die makroökonomischen Bedingungen für ganze Volkswirtschaften prägt. All diese Bereiche können in einem konsistenten Rahmen mit Hilfe der leistungsfähigen analytischen und statistischen Instrumente und Ansätze der Wirtschaftswissenschaften analysiert werden. Kurz gesagt, die Wirtschaftswissenschaften helfen also, Entscheidungen von Einzelpersonen, Unternehmen und Gesellschaften zu verbessern.

Kann man lernen, ein guter Manager zu sein?

Prof. Lorz: Als guter Manager muss man sein Team effektiv führen, und man muss in einem komplexen und hochdynamischen Umfeld mit begrenzten Informationen gute Entscheidungen treffen. Viele Fähigkeiten und Kompetenzen, die in dieser Hinsicht hilfreich sind, können ähnlich wie in anderen Berufen vermittelt werden. Um eine erfolgreiche Führungskraft zu werden, muss man außerdem seine Persönlichkeit entwickeln. Ein gutes Managementprogramm unterstützt Sie auch auf diesem individuellen Weg.

Wie fügt sich Ihre Forschung in Ihre Lehre ein?

Prof. Lorz: In der Lehrveranstaltung „Economics of Industrial Transformation“ beschäftigen wir uns mit Fragen, die in der aktuellen angewandten Wirtschaftsforschung im Vordergrund stehen: Wie verändern sich Arbeitsplätze und Arbeitsbeziehungen mit der massiven Einführung digitaler Technologien und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Unternehmen und Gesellschaften? Wir geben keine vorgefertigten Antworten auf diese Fragen, sondern geben den Studierenden nützliche Instrumente an die Hand, um die wichtigsten wirkenden Kräfte zu analysieren. Dieser Ansatz schult die Studierenden, kritisch und unabhängig in komplexen Zusammenhängen zu denken, und ermutigt sie, diese Fähigkeiten auf andere Situationen in ihrem Berufsleben anzuwenden.

Was ist Ihrer Meinung nach das Beste am Vollzeit-MBA an der RWTH Business School?

Prof. Lorz: An der RWTH Business School lehren wir die digitale Transformation von Industrien im Herzen eines der größten Ingenieur-Campus in Europa. So können wir die betriebswirtschaftliche Ausbildung des MBA mit der ingenieurwissenschaftlichen Perspektive in einer Produktionsumgebung wirklich und tiefgehend verbinden. Die Studierenden erfahren unmittelbar, wie digitale Technologien in modernen Industrien angewandt werden und welche geschäftlichen Herausforderungen sich in diesem Zusammenhang ergeben.

Welche Erwartungen haben Sie an den Vollzeit-MBA?

Prof. Lorz: Ich erwarte, dass der MBA – in Kombination mit innovativer Lehre in einem dynamischen und anregenden Umfeld – die erfolgreichen Weiterbildungsprogramme der RWTH Business School ergänzt, die höchste akademische Standards erfüllen, was sich in unserer AACSB-Akkreditierung widerspiegelt. Ich erwarte auch, dass die Teilnehmer von den Einblicken in den neuesten Stand der Datenwissenschaft und Produktionstechnik profitieren werden, die der interdisziplinäre Aufbau des Programms bietet.

Bitte erzählen Sie uns etwas mehr über die Strategy Labs am Ende der ersten beiden Semester. Warum haben Sie sich entschieden, sie in den Lehrplan zu integrieren?

Prof. Lorz: Die Strategy Labs verbinden akademisches Wissen mit Erfahrungen aus erster Hand in der Anwendung. Die Studierenden lernen die neuesten Produktionstechnologien kennen und darauf aufbauend Geschäftsideen zu kreieren sowie Marketingstrategien für ihre Produkt- und Prozessinnovationen zu entwickeln und umzusetzen. Eines unserer Strategy Labs wird am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH gelehrt, einer renommierten Einrichtung für Spitzenforschung in der Produktionstechnik.

Haben Sie Tipps für zukünftige Manager?

Prof. Lorz: Wir leben derzeit in sehr unsicheren und unruhigen Zeiten. Ein solch instabiles Umfeld schafft reichlich Möglichkeiten für Manager, die in der Lage sind, Bedürfnisse und mögliche neue Lösungen zu erkennen, die ihr Wissen an andere weitergeben und dadurch Veränderungen innerhalb ihrer Organisation und darüber hinaus vorantreiben können.

(Fotos für den Beitrag von Bernd Kalwa)

Sie möchten mehr über unseren brandneuen Full-Time MBA Digitalization & Industrial Change erfahren? Entdecken Sie das Curriculum und weitere Inhalte unter diesem Link:

Round portrait of Prof. Dr. Oliver Lorz

Prof. Dr. Oliver Lorz
Leiter des Lehr- und Forschungsgebiets
Internationale Wirtschaftsbeziehungen